27 Juli 2014 - 04:26
Palästinenser klagen Israel wegen Kriegsverbrechen an

- Die Offensive in Gaza sei ein Krieg gegen die Bevölkerung, argumentiert die Palästinenser-Regierung.

Sie klagt gegen Israel vor dem Internationalen Strafgerichtshof. Palästina zieht wegen der israelischen Militäroffensive im Gazastreifen vor den Internationalen Strafgerichtshof (IStGH) in Den Haag. Der französische Anwalt Gilles Devers sagte in Paris, er habe im Auftrag des palästinensischen Justizministers Salim al-Saka eine Klage bei IStGH-Chefanklägerin Fatou Bensouda eingereicht. Es gehe um "Kriegsverbrechen der israelischen Armee im Juni und Juli 2014 im Zuge der Militäroperation 'Schutzlinie'". "Jeden Tag gibt es neue Verbrechen und 80 Prozent der Opfer sind Zivilisten", sagte Devers. "Kinder, Frauen, Krankenhäuser, Schulen der UNO – die israelischen Soldaten haben vor nichts Respekt. Es ist ein Militärangriff gegen die palästinensische Bevölkerung", so der Anwalt. Nach Angaben der Rettungsdienste im Gazastreifen wurden seit Beginn der Militäroffensive mehr als 820 Palästinenser getötet. Auf israelischer Seite wurden 33 Soldaten und drei Zivilisten getötet. Der UN-Menschenrechtsrat beschloss bereits am Mittwoch eine Untersuchung der Militäroffensive. Menschenrechtskommissarin Navi Pillay sagte, "es scheint eine starke Möglichkeit zu geben, dass das Völkerrecht in einer Weise gebrochen wurde, die Kriegsverbrechen darstellen könnte".